Auf die linke Seite wechseln – Beförderung zum Kapitän Teil 1

Auf die linke Seite wechseln – Beförderung zum Kapitän Teil 1
07/01/2019 pilotpatrick
how to become a captain

Lieber Aviator,

ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir! Ich wünsche Dir alles Gute und viele glückliche Landungen in 2019. Das neue Jahr startete mit fantastischen Neuigkeiten für mich. Ende letzten Jahres hatte ich Dich bereits darüber informiert, dass ich mich intern auf die Stelle eines Kapitäns auf dem Airbus A300 beworben hatte. Der Bewerbungsprozess dauerte mehrere Monate an und endete erfolgreich mit dem Bestehen des Assessments im Flugsimulator. In diesem Blog Artikel möchte ich Dir ein paar Hintergrundinformationen liefern und Dir Einblicke in den Bewerbungsprozess einer Kapitäns- Stelle geben. 

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Wie wird man ein Kapitän?

Kapitän auf einem kommerziellen Jetflugzeug wird man nicht von einem auf den deren Tag. Es wird nach dem Abschluss der Flugschule mehrere Jahre dauern, bis man auf den linken Sitz wechseln kann. Die Flugerfahrung spielt dabei die wichtigste Rolle. Hinzu kommen unzählige Simulator Checkflüge, Flugzeugmuster Berechtigungen und Fähigkeitstests, die man bestehen muss.

Zusätzlich muss man nicht nur den gesetzlichen Mindestanforderungen genügen, sondern sich auch innerhalb der Firma beweisen. Man benötigt die richtige Einstellung und Persönlichkeit für diese Position.

Ließ meine Blog Artikelserie „Wie ich Pilot geworden bin„, um mehr über meinen Werdegang zu erfahren!

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Wie lange dauert es bis man Kapitän werden kann?

Dies kommt zum einen auf die jeweilige Airline an und ist ebenso von einigen persönlichen Faktoren abhängig. Um Kapitän auf einem kommerziellen Flugzeug zu werden benötigt man mindestens 1.500 Flugstunden. Außerdem muss man Inhaber einer Lizenz für Verkehrspiloten sein. Die sogenannte Air Transport Pilots Licence (ATPL). Wie dem auch sei, die meisten Airlines erfordern eine Mindestanzahl von 3.000 Flugstunden, bevor sie überhaupt eine Beförderung in Erwägung ziehen. Als ich die Geschäftsfliegerei verlassen hatte, hatte ich ungefähr 2.400 Flugstunden gesammelt und mein vorheriger Arbeitgeber hatte mich bereits für eine Beförderung zum Kapitän auf einem Privatjet vorgesehen. Damals war ich 27 Jahre alt und dies klang sehr interessant für mich. Dennoch entschied ich mich lieber für eine berufliche Veränderung.

Anforderungen

Als ich vor zwei Jahren bei meinem aktuellen Arbeitgeber angefangen hatte, hätte ich niemals erwartet so schnell befördert zu werden. Zum Zeitpunkt der Stellenausschreibung erfüllte ich genau den Anforderungen für eine Beförderung. (Es fehlten lediglich ein paar wenige Flugstunden, die ich mittlerweile habe). Mein persönliches Ziel war es immer im Alter von 30 Jahren bereits Kapitän zu sein. Als ich den Arbeitgeber gewechselt hatte glaubte ich jedoch nicht mehr, dass dies noch möglich sein würde. Derzeit sieht es jedoch so aus, als könne ich es noch schaffen.

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Stellenausschreibung einer Airline

Bewerbungsformular

Wie bei einer gewöhnlichen Bewerbung bei einer neuen Firma, musste ich mich auch intern auf die Stelle des Kapitäns bewerben. Zunächst musste ich prüfen, ob ich alle Anforderungen erfülle. Als nächstes musste ich das Bewerbungsformular ausfüllen und begründen warum ich diese Stelle haben möchte und warum ich meine, der geeignete Kandidat dafür zu sein. Meine Antworten darauf findest Du unten. Zusätzlich musste ich meine aktuelle Anzahl an Flugstunden notieren.

Alle Bewerbungen der Ersten Offiziere wurden von der Firma durchgesehen. Trainings Kapitäne und das Management wurden befragt, um festzustellen, ob ich ein geeigneter Kandidat bin.

Ich erhielt eine positive Rückmeldung, sodass der erste Schritt auf dem Weg zum Kapitän bestanden war.

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Das Auswahlverfahren

Der nächste Schritt war ein Auswahlverfahren im Flugsimulator. Während dem einstündigen Flug im Simulator wurde ich mit verschiedensten Fehlfunktionen konfrontiert, die ich meistern musste. Zwei Kapitäne (Fluglehrer) nahmen die Prüfung ab. Einer saß in der Funktion des Ersten Offiziers neben mir und der Zweite saß im Hintergrund und steuerte den Simulator. Dieser Test war diente nicht dazu meine fliegerischen Fähigkeiten auszuwerten, sondern viel mehr wurde geprüft, wie ich mich bei gewissen Problemen verhalte und welche Entscheidungen ich treffe. Während des gesamten Flugs war ich der fliegende Pilot (Pilot flying [PF]) und saß auf dem rechten Sitz, während mich der Prüfer vom linken Sitz aus unterstütze, mir jedoch nicht bei den Lösungen der Probleme half.

Ich war sehr nervös und aufgeregt, aber auch sehr glücklich darüber diese großartige Möglichkeit zu haben. Kaum im Simulator angekommen, war ich um einiges entspannter und ich freute mich darauf meine Fähigkeiten und Wissen unter Beweis stellen zu dürfen.

Zusätzlich wurden mir noch einige Fragen zu operativen Prozeduren, sowie technischen Aspekten des Flugzeugs gestellt. Am Ende fuhr ich mit gemischten Gefühlen nach Hause, ohne zu wissen, ob ich die Prüfung gemeistert hatte. Die gute Nachricht erreichte mich im neuen Jahr!

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Was wird sich ändern?

Ich werde das Flugzeug so wie vorher auch fliegen. Allerdings vom linken Sitz aus mit vier goldenen Streifen. Als Kapitän werde ich für einen reibungslosen Ablauf sorgen und für die Sicherheit der Besatzung, Passagiere und Fracht an Board verantwortlich sein. Das gilt sobald ich das Flugzeug betrete, bis ich es wieder verlasse. Dies bedeutet, auch wenn einer meiner Kollegen etwas falsch macht, werde ich dafür einstehen. Fliegen bedeutet zusammen zu arbeiten und gemeinsam Lösungen zu finden. Am Ende jedoch trifft der Kapitän die endgültige Entscheidung.

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Die nächsten Schritte

Die Bewerbung und den Eignungstest im Simulator bestanden zu haben bedeutet nicht, dass ich meinen nächsten Dienst gleich als Kapitän starten kann. Der schwierige Teil liegt jetzt erst noch vor mir. Das Training zum Kapitän wird voraussichtlich in einigen Wochen starten. Das Training wird eine Schulung im „Klassenzimmer“ beinhalten, Flüge im Simulator, Flüge im echten Flugzeug und einige Tests. Ich werde Dich auf dem laufenden halten!

Bitte halte die Daumen für mich gedrückt, dass alles glatt laufen wird.

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Sichere Reisen und glückliche Landungen!

Dein PilotPatrick

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Michelle Klapsia

Richtig richtig cool immer wieder schön sowas zu lesen 🙂 verfolge dich ka schon eine zeitlang sei es dir gegönnt und viele gute landung wünsch ich dir!! Hoffentlich sieht man sich mal durch zufall maybe am flughafen oder vlt sogar als passagier? 😉

Nancy

Was für ein interessanter Blogeintrag! Das ist ja wirklich ein sehr aufregendes Prozedere. Du wirst das Training ganz sicher super meistern und dann ab auf die linke Seite mit dir!!!

Nancy

Antworten funktioniert leider nicht, daher neuer Kommentar :): prima, dass es ganz bald los geht!!! Zieht sich das über Wochen oder ist das sehr kompakt aneinander gelegt? Unser Schlüsselanhänger soll dir Glück bringen . Oscar und ich haben uns gefreut, ihn heute früh in deiner Story zu sehen… Alles Gute weiterhin!

Nancy

Uiii, das ist ja ein straffen Programm! Toi, toi, toi…